Der Morgen im Kiefernwald

27 Min. | 2020

Der Film „Der Morgen im Kiefernwald“ nähert sich einem bekannten Phänomen unserer modernen, immer älter werdenden Gesellschaft: dem Erblinden. Neben dem physischen Prozess des Verlustes der Sehkraft verweist der Film subtil auf die Wandlung geopolitischer Verhältnisse zum Ende des Kalten Krieges.

Der Morgen im Kiefernwald

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Jahr
Länge
27 Min.
Untertitel
Sprache
Format
2k DCP 5.1

Filmstills

Synopsis

Der Experimentalfilm „Der Morgen im Kiefernwald“ (Originaltitel: Утро в сосновом лесу / დილა ფიჭვის ტყეში) thematisiert das Erblinden einer alten Frau. Aus der persönlichen Perspektive der Protagonistin nimmt das Publikum den stufenweisen Verlust der Sehkraft und das vermehrte Aufkommen von Bildern aus der Erinnerung wahr. Durch diese Veränderungen des Bildes, der Wahrnehmung und der Zeit-Ort-Relation, sowie langsamen Kamerabewegungen, die den Bewegungen der Protagonistin nachempfunden sind, vermischen sich nicht nur Realität und Illusion der Protagonistin, sondern auch des Publikums.

Dem physischen Prozess des Erblindens nähert sich der Film aus einer persönlichen Perspektive. So nimmt das Publikum die Welt der Protagonistin aus ihren Augen wahr, mit allen Abnutzungserscheinungen, derer sie im Verlauf des Filmes unterliegt. Das Kamerabild blinzelt wie das menschliche Auge, mit der Zeit entstehen Flecken auf der Linse, es verschwinden immer mehr Informationen aus dem Bild, am Ende ist es nahezu schwarz.
Auch die Audioebene des Filmes entspricht der auditiven Wahrnehmung der Protagonistin. Sie helfen ihr und so auch dem Publikum, die veränderten Bilder einer Realität zuzuordnen.
Die vier Jahreszeiten, durch die der Film in vier Szenen unterteilt ist, nimmt die Protagonistin aufgrund typischer Geräusche durch die Fenster wahr. Das Geschrei spielender Kinder im Hof oder kurze Gespräche der Protagonistin mit Besuchern geben uns Informationen über das Land, in dem die Protagonistin lebt. Im Verlauf des Filmes erfahren wir durch einen Fernsehkommentar von kriegerischen Auseinandersetzungen im Kaukasus. Zu diesem Zeitpunkt nimmt die Protagonistin nur noch Hell-Dunkel-Kontraste wahr. Die Wandlung der geopolitischen Verhältnisse führt dazu, dass die Protagonistin ihren Wohnort im Nordkaukasus (Russland) verlassen und in den Südkaukasus (Georgien) ziehen muss. Durch den Ortswechsel, fast erblindet am neuen Wohnort, sind die Bildspuren vom alten Zuhause in den Augen klarer als die visuelle Wahrnehmung des neuen Wohnortes. Reale visuelle Impulse treten in Konflikt mit den erinnerten Bildern an das alte Zuhause. Besonders die Erinnerung an das Wandbild “Der Morgen im Kiefernwald” von Ivan Shishkin tritt in Erscheinung. Audio-und Bildspur passen nicht mehr zueinander, es kommt zu einer Vermischung von schlecht erkennbarer Realität und gut sichtbarer Illusion.

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2021 | Experimentalfilm

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