Im Zentrum dieser Arbeit steht der Wunsch, das Leben und den künstlerischen Werdegang einer Persönlichkeit zu erzählen, die als Protagonist prägende und vielleicht einmalige Jahre der italienischen Kultur-, Musik- und Theatergeschichte durchlebt hat.
Antonello Neri ist eine Figur, deren Biografie sich nicht auf ein einzelnes künstlerisches Feld reduzieren lässt. Sobald man beginnt, mit ihm oder über ihn zu sprechen, öffnet sich ein Geflecht aus unterschiedlichen Disziplinen – aus Musik, Theater, Performance, Bild und Denken. Nicht zufällig bildet die Suche nach einem neuen Gesamtkunstwerk eines der zentralen Motive seiner künstlerischen Forschung und zugleich den thematischen Kern dieses Films.
Dieser Film versteht sich als Annäherung an einen Künstler, der unablässig nach dem unsichtbaren Faden zwischen Klassik und Avantgarde sucht – und ihn immer wieder neu knüpft.
Die Rekonstruktion der Geschichte Antonello Neris vollzieht sich in erster Linie durch seine eigenen Erzählungen, die durch das erneute Aufsuchen prägender Orte seines Lebens angestoßen werden. Ergänzt werden sie durch die Stimmen von Weggefährtinnen und Weggefährten – Musikerinnen, Performerinnen, Fotografinnen und Pantomiminnen –, die sowohl die Komplexität seines Werks sichtbar machen als auch ein Bild jener kulturellen Aufbruchszeit zeichnen, in der Italien und insbesondere Rom eine zentrale Rolle spielten.
Die Entscheidung, die einzelnen filmischen Momente durch eine eigens für die Dreharbeiten entstandene Improvisation am Klavier miteinander zu verbinden, verweist schließlich auf die unauflösliche Beziehung zwischen Antonello und seinem Instrument – als Ort einer unendlichen, nie abgeschlossenen künstlerischen Suche.