An der Saale hellem Strande

An der Saale hellem Strande

by Karl-Friedrich König and Dirk Hornschuch (19 min) 19 min | 2024

The film deals with the memory of Delfin Guerra and Raúl Garcia Paret, two Cuban contract workers in the GDR who died in Merseburg in 1979. During a visual tour of the city, acoustic fragments from Stasi files, letters and Facebook chats condense into a reflection on forms of remembrance and racist continuities.

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An der Saale hellem Strande

A film by Karl-Friedrich König and Dirk Hornschuch

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Year
Runtime
19 min
Subtitles
Language
Format
DCP

Filmstills

Press An der Saale hellem Strande

Wir waren im Juni 1979 in die DDR gekommen - vier Frauen und ungefähr 150 Männer. Als das Unglück passierte, waren wir also gerade mal zwei Monate hier. Zu der Zeit konnte noch niemand von uns besonders gut Deutsch.
Da war ja immer Disco und da war eine Schlägerei und da haben die einen in die Saale geschmissen und der ist ersoffen.
Am 5. Juli 1979 wurden in der Betriebsdirektion in Leuna die kubanischen Freunde, die für 4 Jahre in speziellen Berufen der chemischen Industrie ausgebildet werden, herzlich begrüßt.
Von hier haben Besucherinnen und Besucher einen tollen Blick auf die malerische Kulisse von Schloss und Dom Merseburg. Anhalten lohnt sich hier definitiv!

Synopsis

AN DER SAALE HELLEM STRANDE engages with the memory of Delfin Guerra and Raúl García Paret. The two Cubans arrived in Merseburg as contract workers in 1979 to work at the nearby Leuna chemical plants. Two months later, following a violent confrontation with German patrons at a nightclub near the River Saale, both men died. The circumstances of their deaths have never been fully clarified.

Images of the city of Merseburg are set against spoken fragments: memories of former contract workers merge with other voices from the city, while excerpts from Stasi files and newspaper reports collide with street interviews and Facebook comments. Through this dense collage, the film reflects on memory, repression and the continuities of racism.

Contemporary palimpsests—graffiti and scratched stickers scattered across Merseburg—the overgrown ruins of the Saaletal nightclub and murky underwater images become visual metaphors for struggles over collective remembrance, gaps in memory, and the overwriting and concealment of racist violence.

Autorenstatement

Die Umstände zu dem Tod von Delfín Guerra und Raúl Garcia Paret am 12.August 1979 sind bis heute nicht aufgeklärt worden. Nachdem der Inlandsgeheimdienst der DDR die Ermittlungen der Volkspolizei zu dem Tod abbrach, um die Beziehungen zum sogenannten kommunistischen Bruderstaat Kuba und sein eigenes Selbstverständnis als antifaschistischer und antirassistischer Staat nicht zu gefährden, herrschte jahrelanges Schweigen zu dem Fall.

In unserem Film versuchen wir jedoch nicht diesen Fall weiter aufzuklären, sondern einen fragmentarischen Einblick in die verschiedenen Formen des Erinnerns zu geben und Kontinuitäten von damals zu herauszuarbeiten. So lassen wir verschiedene Erinnerungen zu Wort kommen: von kubanischen Vertragsarbeitern über anonyme Aktenauszüge der Staatssicherheit und vorgeblich neutrale Zeitungsmeldungen bis zu aktuellen Stimmen von Merseburger Bürger:innen und den Familienangehörigen der beiden jungen Kubaner.

Uns war es wichtig, Raúl Garcia Paret und Delfín Guerra eine Stimme zu geben. Denn die Auslöschung ihres Lebens geschah nicht nur durch ihren Tod, sondern setzte sich fort in der Verschleierung des Falles durch die Staatssicherheit, die Ausweisung aller an dem Fall beteiligten kubanischen Vertragsarbeiter, die Weigerung der Staatsanwaltschaft Halle in den 2000er Jahren zu dem Fall erneut zu ermitteln und dem Widerstand der Stadt Merseburg gegen einen Gedenkort.

Cast

Credits

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